HMGU - Helmholz Zentrum München, Institut für Epidemiologie

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Das Helmholtz Zentrum München-Institut für Epidemiologie II

Das Institut für Epidemiologie II erforscht die Rolle von Umwelt und Lebensstil bei der Entstehung von Diabetes, Erkrankungen des Herzens und der Psyche. Die Forschungsaktivitäten stützen sich unter anderem auf die einzigartige Forschungsplattform KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg), deren Ressourcen die langjährige Kohorte, das Herzinfarktregister und die Aerosolmessstation beinhalten.


Die Arbeitsgruppe „Environmental Risks“ des Institutes für Epidemiologie II erforscht schwerpunktmäßig Kurz- und Langzeiteffekte von Partikeln auf Herzerkrankungen und die Auswirkungen von Wetter und Klima auf die Gesundheit und die Arbeitsgruppe „Environmental Exposure Assessment“ beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Messung von Umweltpartikeln.

Die Arbeitsgruppe „Environmental Risks“ erforscht unter anderem folgende gesundheitsrelevante Fragestellungen:

 • Welche Auswirkungen haben Partikel unterschiedlicher Größe?
 • Welche Auswirkungen haben Partikel aus unterschiedlichen Quellen?
 • Welche Effekte verursachen Partikel im Körper?
 • Welche Personengruppen sind betroffen oder sind die Risiken für alle gleich?

Die zwei Hauptaspekte der Arbeitsgruppe „Environmental Exposure Assessment“ sind:

 • Betrieb einer Dauermessstation in Augsburg zur Erfassung detaillierter physikalischer und chemischer Eigenschaften von
   Umweltpartikeln im Rahmen der KORA Forschungsplattform
 • Bereitstellung von Daten zur Expositionsabschätzung für epidemiologische Kurz- und Langzeitstudien zur Erforschung der 
   Auswirkungen von Partikeln auf die Gesundheit

Forschungsaktivitäten zum Thema Partikel im urbanen Bereich

In Augsburg sind im Verlauf der letzten Jahre eine Vielzahl von Forschungsaktivitäten zum Thema Partikel im urbanen Bereich durchgeführt worden. Epidemiologische Ergebnisse für Augsburg hinsichtlich partikulärer Auswirkungen auf die Gesundheit können erst in der Zukunft erwartet werden, da entsprechend lange Zeiträume anvisiert werden müssen, um die relativ kleinen Auswirkungen auf große Bevölkerungsgruppen statistisch auswerten zu können.

Im Rahmen einer Studie zu räumlichen und zeitlichen Variationen der Gesamtpartikelanzahl im Augsburger Stadtgebiet konnte nachgewiesen werden, dass sich die absoluten Konzentrationen je nach Standort unterscheiden, jedoch hohe Korrelationskoeffizienten zwischen den verschiedenen Standorten innerhalb des Stadtgebietes zu beobachten sind (1). Darüber hinaus konnten mit den Daten der Partikelgrößenverteilung, die an der KORA Aerosolmessstation erhoben werden, die wichtigsten lokalen und überregionalen Feinstaubquellen identifiziert und deren Beiträge an der Gesamtbelastung abgeschätzt werden (2,3,4). Untersuchungen zur mittleren Partikeldichte zeigten sowohl klassische Emissionsquellen, wie den Verkehr, aber auch meteorologische Größen als ursächliche Faktoren, die sich auf die Partikeldichte auswirken (5). Darüber hinaus wurden Studien zur Untersuchung des Rußanteils aus direkten Messungen (6) und aus indirekten Messungen zur Größenverteilung vor und nach der Verdampfung bei 300°C (7) durchgeführt. In einer Studie zur Qualitätssicherung bei der Messung der Größenverteilung, wurden die entwickelten standardisierten Verfahren für das Augsburger Größenspektrometer publiziert (8). Zudem ist die Augsburger Aerosolmessstation Teil des German Ultrafine Aerosol Network (GUAN) (9) und die Daten werden auch für internationale Studien genutzt (10,11).

Darüber hinaus waren/sind die Arbeitsgruppen „Environmental Risks“ und „Environmental Exposure Assessment“ an mehreren nationalen und internationalen Projekten beteiligt. Im Folgenden sind auszugsweise einige Forschungsbereiche dargestellt:

 • Quellenspezifische Gesundheitseffekte ultrafeiner und feiner Partikel
 • Effekte von Langzeitexpositionen gegenüber Luftschadstoffen auf die Gesundheit
 • Tägliche Sterblichkeit und feine/ultrafeine Partikel
 • Effekte verbesserter Luftqualität auf die Gesundheit
 • Transportprozesse von Luftschadstoffen und Gesundheitseffekte
 • Messung der ultrafeinen Partikelgrößenverteilung in Messnetzen
 • Messung der persönlichen Exposition mit ultrafeinen Partikeln
 • Modellierung von Schadstoffexpositionen mittels Regressionsmodellen zur Landnutzung

Detaillierte Informationen über die Projekte werden auf den entsprechenden Internetseiten der Arbeitsgruppen bereitgestellt.

Kontakt

Arbeitsgruppe "Environmental Risks" [1]

 • Dr. A. Schneider (alexandra.schneider@helmholtz-muenchen.de)

Arbeitsgruppe "Environmental Exposure Assessment" [2]

 • Dr. J. Cyrys (cyrys@helmholtz-muenchen.de) 

Ausgewählte Publikationen der Arbeitsgruppe Environmental Exposure Assessment

1. Cyrys et al. Sci Total Environ 2008; 401: 168-175

2. Gu et al. Atmos Environ 2011; 45: 1849-1857

3. Pitz et al. Atmos Chem Physs 2011; 11: 9367-9374

4. Schäfer et al. Atmos Chem Phys 2011; 11: 8555-8575

5. Pitz et al. Environ Sci Technol 2008; 42(14): 5087-5093

6. Nordmann et al. Gefahrst Reinhalt L 2009; 69 Nr. 11/12: 469-474

7. Birmili et al. Atmos Chem Phys 2010; 10: 4643-4660

8. Pitz et al. J Environ Monitor 2008; 10(9): 1017-1024

9. Birmili et al. Gefahrst Reinhalt L 2009; 69 Nr. 4, 137-145

10. Bruckmann et al. Gefahrst Reinhalt L 2008, 68 Nr. 11/12: 490-498

11. Putaud et al. Atmos Environ 2008, 44: 1308-1320

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